FPV49 V4 – Baubericht

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An dieser Stelle möchte ich einen kleinen Baubericht niederschreiben. Hier findest du auch einige nützliche Tipps von mir, welche ich beim Bau gefunden habe. Der FPV49 war mein erster Eigenbauflieger. Im nachhinein kann ich mit gutem Gewissen sagen, dass er recht einfach zu bauen ist, wenn man keine zwei linken Hände hat und sich Zeit lässt. Man sollte sich definitiv Zeit lassen und genau die nächsten Schritte überlegen. Die Kosten halten sich auch noch im Rahmen. Insgesamt habe ich ohne Eagle Tree System 278€ ausgegeben.

Bevor es los geht noch die Einkaufsliste (woher die Komponenten stammen möchte ich hier nicht verraten, aber google und co. werden euch bestimmt helfen):

Bezeichnung Stück
Depron 6mm 1250x800mm 6
Pin Horns L20xW15xH11.52 2
Uhu Por Dose 1
Schubstangen (Draht) 1.5mm 1
Kiefern-Vierkant 2x8x1000 mm (alternativ CFK) 4
Kiefern-Vierkant 2x5x1000 mm (alternativ CFK) 2
Gestängeanschluss bis 1.5 mm Gestänge 2
Aircraft Navigation Lamp Set 1
dünnes Sperrholz 3 - max 5mm stark 1 qm
sk3 3542 800kv Motor 1
Corona DS339MG Digital Metal Gear Servo 4.4kg / 0.15sec / 32g 2
aeronaut 12x6 Klapppropeller 1
Mitnehmer mit Spinner 5/8 mm 1
Luftschrauben Alu-Mittelstück 38 mm mit 8 mm Innenbohrung 1
TURNIGY Plush 60amp Speed Controller w/BEC 1
Turnigy 5A (8-26v) SBEC for Lipo 1
Soft Ferrite Rings 16x7x10 (5pc) 1
FrSky Empfänger X8R (oder passenden zur Funke) 1
Scharnierband Depron querverstärkt 25 mm 50 Lfm 1 Rolle
Quanum ELITE QE58-6 5.8GHz (oder andere) 1
Flügelband 45mic x 45 mm x 100 m (farbe nach Wunsch) 1 Rolle
T3000.3S.30 Turnigy 3000mAh 3S 30C Akku 1
Eagle Tree Systems - Vector Autopilot 1
Eagle Tree Systems - Vector Staudruckrohr 1
Kleber für EPP (Sekundenkleber bzw. schnelltrocknend) 1
Cuttermesser
Skalpell mit Ersatzklinge
Meter
Geodreieck
Stift
lange gerade Leiste (Mindestens 1m lang)
Heißkleber
Lötstation
viel Geduld und Ruhe
ggf. eine zweite helfende Hand 🙂

So als nächstes anbei die Baupläne. Auf flitetest.com bekommst du diese in einer höheren Auflösung. Außerdem sind dort nich einige Detailaufnahmen zu finden.

Als erstes müssen alle Teile aus den 6 Depronplatten ausgeschnitten werden. Dies kostet viel Zeit, diese sollte man sich aber auch nehmen. Als kleiner Tipp: Beim Schneiden, eine Leiste verwenden und dort das Cuttermesser entlang führen. Das Messer in einem flachen Winkel halten, sodass möglichst viel Schneidfläche durchs Depron gleitet. So wird vermieden, dass das Depron ausreist und ein sauberer Schnitt entsteht. Falls die Einzelteile nicht 100% zusammenpassen ist das nicht so tragisch. Der Flieger verzeit einiges. Ich habe nach dem Kleben alles nochmal sauber nachgeschnitten. Das innere, wo später der Akku und der gleichen hin kommt, habe ich ganz am Schluss raus geschnitten. Sonst läuft man Gefahr, dass die Bauteile 3, 4, 5 und 6 auseinanderbrechen.

Als nächstes gehts an das zusammenkleben. Du solltest erst folgende Bauteile zusammenkleben: Bauteil 1 mit 2, Bauteil 3 mit 4 und Bauteil 5 mit 6. Das Zusammenkleben geht am besten, indem du den UHU-Por mit etwas Waschbenzin (ca. 20% -30% Waschbenzin zum UHU Por) unterrührst, die Einzelnen Teile mit Waschbenzin abreibst (Fettfrei machen) und anschließend mit einem Pinsel oder Spachtel gleichmäßig und dünn die Teile einpinzelst. Beide Teile sollten eingepinzelt werden. Nach ca 5-10 Minuten Wartezeit legst du die zu verklebenden Teile zusammen und drückst diese einen Moment ganz Fest zusammen. Der Kleber reagiert auf Druck! Das geht am besten zu zweit. Nachdem die Teile verklebt sind und du nur noch 3 Teile hast, werden die Kiefern-Leisten bzw. CFK Leisten (8mm breit) hochkant in das Depron in die Lagen 1 und 2 bzw. 3 und 4 eingeklebt. Hierzu schneidest du entsprechend dem Layout die Schlitze in das Depron (Es kommt hier nicht so genau drauf an. Es sollte nur gleichmäßig bzw. Symetrisch sein). Die Schlitze sollten etwas schmäler als die Leisten sein. Anschließend werden die Leisten mit Styroportauglichen Sekundenkleber eingeklebt (nicht mit UHU-Por). Ich habe anschließend die Leisten zusätzlich mit Scharnierband gesichert und versteift.

Wenn alle Teile ca. eine Stunde getrocknet sind, können diese zu einem kompletten Flieger zusammengeklebt werden. Hierbei gehst du genauso vor wie oben. Die Reihenfolge ist hierbei nicht gar so wichtig. Zu erwähnen ist noch, dass ich die Ruder hinten erst ganz am Schluss abgeschnitten habe.

Beim nächsten Schritt wird der Ausbruch für den Akku, ESC und der  Flugsteuerung ausgeschnitten. Außerdem werden die Ruder hinten entsprechend des Plans abgetrennt. Ich habe dort wo der Akku rein kommt (”Frachtraum”) außerdem eine dünne Holzplatte eingeklebt. Zugeschnitten habe ich diese mit einer Stichsäge. Aber Laubsäge geht bestimmt auch.

Nun wird es nochmal etwas knifflig. Die vorderen Kanten des Flügels müssen zugeschnitten und geschliffen werden. Am besten du übst erst an einem Reststück. Das ist zwar nicht schwer, aber man sollte vorher mal geübt haben. Ein Fehler und die Arbeit war um sonst. Ich habe mir erst einmal Hilfslinien entland der Kante gemalt (Abstand 2-3cm von der Vorderkante weg). Diese dient als Orientierung. Nun habe ich in zwei Schritten mit einem Cuttermesser die Kanten vorne “angefast”. Hierbei habe ich die Schichten 3 und 4 nicht angeschnitten! Du solltest beim Schneiden gleichmäßig ohne Wellen schneiden! Nachdem die Kanten gebrochen sind habe ich mit Schleifpapier (80er Körnung) die Kanten gleichmäßig rund geschliffen.

Die Ruder wurden ebenfalls angefast und etwas mit Schleifpapier rund geschliffen. Die Vorderseite wurde allerdings nur Einseitig angefast.

Anschließend habe ich in die Ruder entsprechende Schlitze eingeschnitten und 5mm hohe CFK Leisten eingeklebt. Diese dienen zur Versteifung der Ruder. Es gehen aber auch Kieferleisten. Dann werden die Ruder mit Scharnierband an die Flügel geklebt. Achte darauf, dass die Ruder sich gut bewegen, aber auch möglichst bündig am Flügel abschließen. Als nächstes werden die Ruderhörner eingeklebt. Diese müssen bündig mit der Kante von Flügel enden und mit den Servos fluchten. Ich habde diese ebenfalls mit Sekundenkleber eingeklebt.

Nun wäre der Flieger soweit, dass die Elektronik rein kann. Andere bespannen den Flieger auch erst mit Tape und schneiden, dann wieder entsprechend alles für die Elektronik aus. Das kannst du machen wie du willst. Ich habe erst die Elektronik eingebaut. Hierzu mit dem Skalpell in Schicht 2, 3 und 4 die Servos ausgeschnitten. Anschließend die entsprechend Ausbrüche für den Empfänger, den Videosender, das GPS und die Kabel ausgeschnitten. Die Servos habe ich mit Heißkleber eingeklebt. Das GPS und den Empfänger nur reingelegt und den Videosender ebenfalls mit Heißkleber eingeklebt.

Mit meinem 3D Drucker habe ich mir einen Motorhalter sowie eine Kamerahalterung gedruckt. Beides gibt es in meinem Thingiverse  Account zum freien download. Diese habe ich dann mit Heißkleber an die entsprechenden Stellen geklebt. Die Landekuven wurden aus Holz ausgeschnitten und ebenfalls mit Heißkleber verklebt.

Als fast letzter Schritt geht es ans bekleben des Tronds. Bezüglich Fabgebung sind deiner Fantasie keine Grenzen gesetzt. Ich habe mich für Rot und Schwarz entschieden. Rot sieht man extrem gut am Himmel 😉  . Reinige erst den kompletten Flieger mit dem Waschbenzin, sodass das Klebeband besser haften kann. Nun solltest du dir noch eine helfende Hand suchen. Zu zweit geht das deutlich einfacher ;-). Fange hinten am Ruder an und klebe einen Streifen parallel zur Ruderfläche. Anschließend die zweite Lage leicht überlappend und arbeite dich so nach vorne vor. Zum feststreichen nimmst du am besten eine alte Kreditkarte o.Ä.. Damit lässt sich das Klebeband sauber feststreichen und alle Luftblasen rausdrücken. Kleine Luftblässchen lassen sich am besten mit dem Skalpell aufstechen. Das Klebeband muss möglichst straff und ohne Falten und Dellen aufgeklebt werden. Dies gelingt nicht ganz so gut, aber man sollte sein bestes geben 🙂 Gerade bei meinem Schwarzen ging das nicht so sauber. Gutes Klebeband zu finden ist ohnehin schwer. Ich hab das vom Hobbyking verwendet. Das Klebeband gibt nochmal richtig Steifigkeit. Dies merkt man extrem an den seitlichen Wings und am Deckel für den “Laderaum”.

Die seitlichen Wings habe ich zusätzlich unten mit Kieferleisten versehen, in der Hoffnung, dass diese dadurch beim Landen nicht so schnell kaputt gehen. Anschließend wurden diese ebenfalls komplett beklebt. Erst danach habe ich sie an den Flieger mit Heißkleber festgeklebt und dann nochmal mit Klebeband an die Flügel verklebt. So alten sie extrem stabil am Flieger und sollten nicht so leicht abfallen.

Den Deckel für den Laderaum habe ich ebenfalls komplett beklebt, dann mit Scharnierband an der Vorderkante fixiert. Magnete halten diesen in Position.

Nun kann der Rest verkabelt, der Motor montiert, die Servogestänge montiert und die Kameras montiert werden. Vor dem Erstflug sollte man den Schwerpunkt prüfen. Dieser liegt ca. 11cm von der Hinterkante (dort wo der Motor angeschraubt wird).

Das war soweit von meinem ersten kleinen Baubericht. Bei Fragen oder Anregungen schreib mir einfach eine Mail. Ich hoffe ich hab alles genau und verständlich genug erklärt und du hast viel Spass mit dem FPV49. Anbei hab ich noch einige weitere Bilder und Detailaufnahmen in einer Galerie zusammengefasst.